Bei der energetischen Fassadensanierung wählen wir ein vollständiges System, dessen Ausführung und die Bedingungen für seine Instandhaltung. JUB, Baumit, RÖFIX, Caparol und andere etablierte Anbieter bieten unterschiedliche Lösungen an. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, welche Marke die beste ist, sondern welcher Aufbau zum konkreten Gebäude passt und wie er ausgeführt wird.
Sanierte Fassade eines Mehrfamilienhauses. Foto aus dem persönlichen Archiv von Branko Manič und dem Archiv des Unternehmens Xplan, d.o.o.
Bei Xplan verfügen wir über Erfahrung mit energetischen Sanierungen, unterschiedlichen Fassadensystemen und der Zusammenarbeit mit verschiedenen ausführenden Unternehmen. Bei der Planung und Bauüberwachung haben wir erfahren, wie stark der Untergrund, die Ausführungsdetails und die Organisation der Arbeiten das Endergebnis beeinflussen. Die Rolle von Xplan wird für jedes Projekt entsprechend dem beauftragten Leistungsumfang festgelegt.
Wir möchten Bauherren dabei helfen, ein Angebot zu verstehen, bevor sie sich entscheiden. Bei einer Fassade liegt der Unterschied zwischen zwei Angeboten häufig im Aufbau der Armierungsschicht, in der Ausführung des Sockels, bei den Fensterbänken oder an den Dachanschlüssen. Ein Farbmuster und der Name des Herstellers lassen diese Unterschiede nicht erkennen.
Was kaufen wir eigentlich mit einem Fassadensystem?
Die häufigste Lösung bei energetischen Sanierungen ist ein außenseitiges Wärmedämm-Verbundsystem, kurz WDVS beziehungsweise ETICS. Es besteht aus Klebemörtel, Dämmstoffplatten, gegebenenfalls mechanischen Befestigungsmitteln, einer Armierungsschicht mit Gewebe, gegebenenfalls einer Grundierung, dem Oberputz, gegebenenfalls einem abschließenden Farbanstrich sowie den zugehörigen Profilen und Anschlüssen.
Die Eigenschaften hängen vom gesamten vorgeschriebenen Aufbau ab. Ein guter Oberputz kann eine ungeeignete Verklebung, eine fehlerhafte Verdübelung oder eindringendes Wasser an einer Fensterbank nicht ausgleichen. Auch beliebig ausgewählte Komponenten werden nicht allein deshalb zu einem geprüften System, weil jede für sich hochwertig ist.
Der Systemhalter ist das Unternehmen, das den zulässigen Systemaufbau festlegt und dokumentiert. Gefordert werden muss ein Aufbau, den der Systemhalter zulässt und für den entsprechende Nachweise vorliegen. Einzelne zugelassene Komponenten können auch von verschiedenen Herstellern stammen. Entscheidend ist ihre Einbindung in das dokumentierte System, nicht ein identisches Logo auf jeder Verpackung.
Welche Marken sollte man kennen?
Für Bauherren in Slowenien sind vor allem die Verfügbarkeit des konkreten Systems, die technische Unterstützung und die nachweisbare Erfahrung des ausführenden Unternehmens wichtig. Die Größe einer internationalen Unternehmensgruppe bestimmt für sich genommen nicht die Qualität der Fassade an einem einzelnen Gebäude.
Die folgende Tabelle dient zur Orientierung im Angebot. Sie ist keine Rangliste zur gemessenen Dauerhaftigkeit oder zu Marktanteilen; für eine solche Einordnung fehlen vergleichbare unabhängige Daten für alle genannten Anbieter.
| Anbieter | Beispiele für Unterschiede innerhalb des Angebots | Was Bauherren prüfen sollten |
|---|---|---|
| JUB | JUBIZOL Strong ist auf eine erhöhte mechanische Widerstandsfähigkeit ausgerichtet. Bei Ultra hebt der Hersteller eine 25-jährige Garantie auf die thermophysikalischen Eigenschaften hervor. Es handelt sich um unterschiedliche Schwerpunkte, nicht um eine gemeinsame Qualitätsbewertung. | Den genauen Aufbau, die Nachweise für die geforderte Widerstandsfähigkeit und die Garantiebedingungen. |
| Baumit | Star EPS verwendet eine Polystyroldämmung, Star Mineral dagegen Mineralwolle. Auch innerhalb eines Systems sind unterschiedliche Dämmstoffplatten und Schlussbeschichtungen zulässig. | Welche Variante im Angebot enthalten ist und welche Eigenschaft einen Mehrpreis rechtfertigt. |
| RÖFIX | LIGHT ist ein Beispiel für eine Lösung mit EPS, FIRESTOP mit Mineralwolle. RenEtics ist für die Sanierung bestehender Wärmedämm-Verbundsysteme vorgesehen. | Die Eignung für die bestehende Wand und den dokumentierten Sanierungsablauf. |
| Caparol | Capatect BASIC LINE verwendet EPS, MINERA LINE Mineralwolle. Andere Aufbauten enthalten eine Carbonverstärkung; DARK SIDE ist ein Programm für dunkle Farblösungen. | Den zulässigen Farbton, den Armierungsaufbau und die Eigenschaften des gesamten Systems. |
| Sto | Bereits bei StoTherm Classic nennt der Hersteller eine Stoßfestigkeit bis 15 J in der Standardkombination und bis 60 J in einem besonders widerstandsfähigen Aufbau. Der Systemname allein legt somit noch nicht alle Eigenschaften fest. | Den genauen geprüften Aufbau; die Werte der Stoßbeanspruchung sind keine unmittelbar übertragbare Skala der Hagelbeständigkeit. |
| Weber | Zum Programm von Saint-Gobain gehören auch DEMIT-Systeme. Das Programm webertherm family umfasst EPS, MW mit Steinwolle und GW mit Glaswolle; es handelt sich um unterschiedliche Dämmlösungen. | Die genau angebotene Variante, den Dämmstoff und die zugehörige Dokumentation. |
| Mapei | Neben Mapetherm-Lösungen mit Putzoberflächen gibt es Mapetherm Tile System XL für keramische beziehungsweise bestimmte Natursteinbekleidungen auf Wärmedämmung. Eine solche Oberfläche erfordert einen eigenen Systemaufbau. | Die zulässige Bekleidung, ihre Abmessungen, den Untergrund und die für den örtlichen Einsatz bestätigte Lösung. |
| Ceresit | Auf der verlinkten Seite nennt der Hersteller die Systeme Ceretherm Universal und Universal MW sowie ihre ETAs. | Die Übereinstimmung des Angebots mit der entsprechenden Europäischen Technischen Bewertung und der Leistungserklärung. |
| Fassa Bortolo | Im internationalen Programm umfasst Fassatherm Classic EPS, Plus dagegen Steinwolle. Das Programm wird somit auch nach der Art des Dämmstoffs ausgewählt. | Die örtliche Lieferbarkeit und die Dokumentation des konkret angebotenen Aufbaus. |
Beispiele aus offiziellen Produktprogrammen, geprüft am 28. 10. 2026. Die Unterschiede stellen keine einheitlichen Qualitätsklassen dar. Leistungsangaben sind Herstellerangaben für bestimmte Aufbauten; die Lieferbarkeit in Slowenien und die geltenden Bedingungen müssen für das konkrete Gebäude bestätigt werden.
Auf dem Markt gibt es weitere Anbieter, unter anderem Murexin, Helios, Samoborka und Bekament. Eine engere Auswahl sollte anhand des Gebäudes und vergleichbarer Angebote getroffen werden. Die Aussage „Wir arbeiten immer mit dieser Marke“ reicht nicht aus; das ausführende Unternehmen sollte auch vergleichbare Referenzobjekte zeigen und den vorgeschlagenen Aufbau erläutern.
Haben Hersteller unterschiedliche Qualitätsklassen?
Sie bieten unterschiedliche Programme und Leistungsmerkmale an. Die Begriffe Basissystem, verbesserte Lösung und Spezialsystem sind jedoch keine einheitlichen offiziellen Qualitätsklassen. Die Bezeichnungen verschiedener Hersteller sind nicht unmittelbar vergleichbar. Auch ein teureres Produkt ist nicht automatisch für jedes Gebäude besser geeignet.
| Lösungsstufe zur besseren Einordnung | Was sie üblicherweise bedeutet | Wann ein Mehrpreis sinnvoll sein kann |
|---|---|---|
| Systemlösung für grundlegende Anforderungen | Ein dokumentierter Aufbau für übliche Projektanforderungen. | Wenn das Gebäude und seine Beanspruchung keine besonderen Ergänzungen erfordern. |
| Verbesserte Lösung | Verbesserung einer bestimmten Eigenschaft, beispielsweise der mechanischen Widerstandsfähigkeit oder der Eigenschaften der Schlussbeschichtung. | Bei beanspruchten Erdgeschosszonen, exponierten Lagen oder anspruchsvolleren architektonischen Wünschen. |
| Speziallösung | Ein Aufbau für eine besondere Aufgabenstellung, beispielsweise einen bestimmten Untergrund, die Sanierung eines alten Systems oder ein anspruchsvolles Farbkonzept. | Wenn der Bedarf durch die Gebäudeuntersuchung und die Planung bestimmt ist. |
Ein Mehrpreis muss mit einer nachweisbaren Eigenschaft verbunden sein. Schlägt ein Anbieter eine höhere Stoßfestigkeit vor, sollte er den Aufbau und einen entsprechenden Prüfnachweis nennen. Angaben zur Stoßenergie und Hagelwiderstandsklassen lassen sich ohne Erläuterung nicht in eine gemeinsame Bewertung der „Robustheit“ umrechnen.
EPS oder Mineralwolle?
EPS, einschließlich Grafit-EPS, und Mineralwolle ermöglichen unterschiedliche geeignete Lösungen. Die Wahl beeinflusst den Wärmeschutz, das Brandverhalten, den Wasserdampfdurchgang, die Schalleigenschaften, das Gewicht und die Ausführung. Mineralwolle ist nicht einfach eine höhere Qualitätsklasse von EPS, sondern ein anderer Werkstoff mit anderen Eigenschaften.
Dämmstoffdicken vergleichen wir gemeinsam mit der Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs und dem Aufbau der bestehenden Wand. Die gleiche Dicke zweier unterschiedlicher Dämmstoffe bedeutet nicht zwingend die gleiche Wärmedämmwirkung. Beim Brandschutz müssen das System und seine Details beurteilt werden: Die Nichtbrennbarkeit einer Dämmstoffplatte bedeutet noch nicht, dass die gesamte Fassade dieselbe Klassifizierung hat.
Die Behauptung, jedes Haus müsse „durch die Fassade atmen“, ist zu stark vereinfacht. Feuchtigkeit beurteilen wir im Zusammenhang mit der gesamten Wand, dem Zustand des Gebäudes und der Nutzung der Räume; eine angemessene Lüftung ist eine gesonderte Frage. Bei kapillarer Feuchtigkeit oder eindringendem Wasser muss zuerst die Ursache beseitigt werden.
Worauf kommt es bei Widerstandsfähigkeit und Aussehen an?
Sockel und Erdgeschoss. Diese Bereiche sind Spritzwasser, Verschmutzungen und Stößen ausgesetzt. Sie benötigen eine geeignete Dämmung, eine passende Ausführung und einen abgestimmten Anschluss an die Bauwerksabdichtung. Ein widerstandsfähigerer Putz an der übrigen Fassade kann ein fachgerecht ausgeführtes Detail nicht ersetzen.
Dunkle Farbtöne. Sie können ausführbar sein, jedoch nur mit einer geprüften Farbauswahl und einem geeigneten Systemaufbau. Eine dunklere Oberfläche kann sich in der Sonne stärker erwärmen. Zu berücksichtigen sind die Herstellergrenzen, der Hellbezugswert HBW und gegebenenfalls auch die totale solare Reflexion TSR; die Wahl einer Farbnummer allein reicht nicht aus.
Algen und Schimmel. Das Risiko wird durch schattige Lagen, Bäume, anhaltende Feuchtigkeit, die Wasserableitung und die Oberflächeneigenschaften beeinflusst. Keine Fassade sollte als unter allen Bedingungen dauerhaft algensicher dargestellt werden. Bei der gewählten Lösung prüfen wir auch die vorgesehenen Reinigungs- und Instandhaltungsverfahren.
Bestehende Fassade. In bestimmten Fällen kann eine neue Dämmung auf einem alten System angebracht werden. Voraussetzung sind jedoch die Prüfung der Tragfähigkeit, der Feuchtigkeit, der bestehenden Schichten und Befestigungen sowie die Auswahl eines geeigneten Sanierungsverfahrens.
Zusätzliche Putzanstriche sowie slowenische und deutsche Richtlinien
Ist eine Fassade mit eingefärbtem Oberputz bereits fertig, oder ist ein zusätzlicher Anstrich sinnvoll? Die Antwort hängt vom gewählten System, von der Putzart und vom Zweck der Beschichtung ab. Gemeint ist dabei Fassadenfarbe auf dem Putz, kein erneuter Auftrag von Strukturputz.
Die fachliche Grundlage in Slowenien
Die slowenische Branchenrichtlinie Tehnična smernica GIZ PFSTI TS PFSTI 01, Ausgabe 2/2020, behandelt zusätzliche Beschichtungen. Kapitel 8.11.4 lässt zusätzliche Beschichtungen entsprechend den Empfehlungen des Herstellers des Fassadensystems zu. Für eingefärbte mineralische Putze, die als Werktrockenmörtel geliefert werden, beschreibt Kapitel 8.11.2.2 eine systemzugehörige Beschichtung wegen möglicher Farbtonabweichungen als sinnvolle Lösung. Daraus folgt nicht, dass alle Fassaden auf die gleiche Weise zusätzlich gestrichen werden müssen.
Es handelt sich um eine fachliche Branchenrichtlinie. Beim konkreten Gebäude müssen die Lösung, die Planung und die Ausführung mit den geltenden Anforderungen und der Dokumentation des gewählten Systems übereinstimmen. Deutsche Fachquellen können als ergänzende Grundlage für die Beurteilung von Details herangezogen werden.
Deutsche Normen, Richtlinien und Herstellervorgaben
Ein Egalisationsanstrich dient insbesondere einem gleichmäßigen Farbton neuer mineralischer Putze. Die deutschen VDPM-Leitlinien für das Verputzen von Mauerwerk und Beton von 2025 unterscheiden ihn in den Kapiteln 8.8.9 und 8.8.10 als in der Regel einmaligen, der Optik dienenden Auftrag von einem vollständigen Fassadenbeschichtungssystem. Bei WDVS muss die Lösung außerdem mit der Dokumentation des Systemhalters abgestimmt sein.
| Verfahren | Hauptzweck | Was wir prüfen |
|---|---|---|
| Eingefärbter Oberputz | Wetterschutz im Rahmen des Gesamtsystems, Struktur und farbliche Gestaltung. | Ob der vorgeschriebene Aufbau einen zusätzlichen Anstrich erfordert. |
| Egalisationsanstrich | Vereinheitlichung des Farbtons, vor allem auf mineralischem Putz. | Die zulässige Farbe, den erforderlichen Umfang und eine ausreichende Durchtrocknung des Putzes. |
| Vollständiges schützendes Beschichtungssystem | Geforderte Eigenschaften des Oberflächenschutzes zusätzlich zur farblichen Gestaltung. | Untergrundvorbereitung, gegebenenfalls Grundbeschichtung, Anzahl der Aufträge und Verbrauch. |
Ein einzelner Egalisationsanstrich bedeutet noch keinen vollständigen zusätzlichen Fassadenschutz. Der deutsche Verband der Lack- und Druckfarbenindustrie VdL nennt für die volle Funktion einer Fassadenbeschichtung mindestens zwei Aufträge. Die konkrete Ausführung muss dem gewählten System und den Herstellervorgaben entsprechen. Erläuterung des VdL.
Bei Verweisen auf eine „deutsche Norm“ ist Genauigkeit erforderlich. DIN 55699:2017-08 behandelt die Anwendung und Verarbeitung bestimmter WDVS, DIN 18363:2019-09 dagegen Maler- und Lackierarbeiten sowie Beschichtungen im Rahmen der deutschen Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen VOB/C. Daraus folgt keine allgemeine Regel, nach der jeder Oberputz weiß sein und anschließend gestrichen werden muss.
Der Hersteller KEIM beschreibt in seinem technischen Leitfaden für WDVS (Ausgabe Juli 2026) ausdrücklich pigmentierte Putze und sieht für Planung und Leistungsverzeichnis mindestens einen Egalisationsanstrich vor. Bei seinem Silikatputz Stucasol lässt er im Einvernehmen aller Beteiligten den Verzicht auf diesen Anstrich zu. Eine Einfärbung des Putzes und ein späterer Anstrich können miteinander kombiniert werden.
Beispiele aus slowenischen Herstellervorgaben
Auch konkrete slowenische Produktunterlagen sehen zusätzliche Anstriche vor. Das slowenische technische Merkblatt RÖFIX 715, Ausgabe vom 15. 10. 2026, verlangt einen Anstrich, wenn dieser Putz auf einem Wärmedämm-Verbundsystem eingesetzt wird. Der Anstrich ist auch bei der pigmentierten Ausführung dieses Putzes erforderlich. Das slowenische technische Merkblatt für Weberton beschreibt zwei Aufträge einer Silikon-Fassadenfarbe auf neuen Putzen und Wärmedämmsystemen. Dies sind Vorgaben für konkrete Produkte, keine Anforderungen an jede Fassade dieser Marken.
Zusätzliches Streichen erfordert Material und Arbeitsleistung und beeinflusst den Angebotspreis. Deshalb ist es sinnvoll, den technisch zulässigen Grundaufbau und eine mögliche Ergänzung des Schutzes getrennt zu bepreisen. Aus öffentlich zugänglichen Vorgaben lässt sich nicht feststellen, wie häufig zusätzliche Anstriche in Slowenien tatsächlich ausgeführt oder aus Kostengründen weggelassen werden; diese Quellen erlauben auch keine Rückschlüsse auf die Beweggründe einzelner Anbieter.
Was wir bei Xplan empfehlen
Als Planungs- und Ingenieurunternehmen empfehlen wir bei Xplan, relevante slowenische Fachgrundlagen anzuwenden und sie bei der Fassadenplanung sowie bei der Vereinbarung von Ausführungskontrollen sinnvoll durch geprüfte deutsche bewährte Verfahren zu ergänzen. Vor der Einholung von Angeboten sollte klar sein, ob der Anstrich ein erforderlicher Bestandteil des Systems, eine vereinbarte optische Egalisierung oder eine fachlich begründete Ergänzung des Schutzes ist. Die Beurteilung kann auch ergeben, dass kein zusätzlicher Anstrich erforderlich ist.
Wenn zusätzlicher Schutz das Ziel ist, empfehlen wir einen projektbezogen begründeten, mit dem System verträglichen Beschichtungsaufbau mit festgelegten Aufträgen und Verbrauchsmengen. Die konkreten Lösungen und Kontrollpunkte müssen mit den Gebäudeanforderungen, der Dokumentation des Systemhalters und dem beauftragten Umfang der Planung beziehungsweise Bauüberwachung abgestimmt werden.
Die gewählte Farbe kann einzelne Eigenschaften des Oberflächenschutzes verbessern, ersetzt jedoch weder eine fachgerechte Armierung noch den Schutz vor eindringendem Wasser oder die Untersuchung eines feuchten Untergrunds. Von einem zusätzlichen Anstrich erwarten wir auch keine automatische Erhöhung der Stoß- und Hagelbeständigkeit des gesamten Systems. Zweck, Eigenschaften und Instandhaltung müssen klar festgelegt sein.
Eine Garantie ist nur so aussagekräftig wie ihre Bedingungen
Wir müssen zwischen einer Garantie für das Material, einer Garantie für Systemeigenschaften und der Verantwortung für die Ausführung unterscheiden. Die Dauer des angegebenen Zeitraums allein sagt nicht aus, ob Risse, eindringendes Wasser, Algen, Farbveränderungen und die Kosten der Beseitigung abgedeckt sind.
JUB nennt beispielsweise bei einigen ausgewählten Systemen verlängerte Garantiezeiträume und bei JUBIZOL Ultra eine 25-jährige Garantie auf die thermophysikalischen Eigenschaften. Dies ist nicht gleichbedeutend mit einer 25-jährigen Garantie für jedes mögliche Erscheinungsbild oder Problem an der Fassade. Auch bei anderen Anbietern müssen die konkreten Bedingungen und Instandhaltungspflichten gelesen werden. Beschreibung von JUBIZOL Ultra, Beispiel der Bedingungen von Caparol.
Verlangen Sie vor der Beauftragung eine schriftliche Erklärung: Wer gibt die Garantie, für welche Eigenschaft, für welchen Zeitraum, unter welchen Bedingungen und wie erfolgt die Reklamation? Bei der Abnahme muss die Dokumentation dem tatsächlich ausgeführten System entsprechen. Den Garantiezeitraum setzen wir außerdem nicht mit der Lebensdauer der Fassade gleich.
Wie lassen sich Angebote und ausführende Unternehmen vergleichen?
Ein Vergleich des Quadratmeterpreises ist erst dann aussagekräftig, wenn die Angebote dieselben Arbeiten umfassen. Prüfen Sie insbesondere:
- den genauen Systemaufbau, den Dämmstoff, die Dicke und den geplanten Wärmeschutz;
- die Untergrundvorbereitung, Verklebung, Verdübelung und Armierung;
- den Sockel, die Laibungen, die Fensterbänke sowie die Anschlüsse an Fenstern, Balkonen und Dach;
- das Gerüst, den Schutz der Umgebung, die Abfallentsorgung und die steuerliche Behandlung;
- die Referenzen des ausführenden Unternehmens, die Bauüberwachung und die Dokumentation bei der Abnahme;
- ob das gewählte System einen Anstrich erfordert sowie dessen Zweck, Anzahl der Aufträge und Preis;
- die Garantiebedingungen sowie die Gebrauchs- und Instandhaltungsanweisungen.
Bei einem Mehrfamilienhaus sollten die Wohnungseigentümer von einer gemeinsamen technischen Grundlage, einem klar festgelegten Leistungsumfang und einem abgestimmten Entscheidungsverfahren ausgehen. So vergleichen die Wohnungseigentümer und die Hausverwaltung Angebote für dieselben Anforderungen und können besser nachvollziehen, wofür sie bezahlen.
Bei Xplan können wir je nach vereinbartem Leistungsumfang an der Prüfung der Grundlagen, der Erarbeitung von Planungslösungen und des Leistungsverzeichnisses oder an der Bauüberwachung mitwirken. Ziel ist es, offene Fragen zu erkennen, bevor daraus kostspielige Reparaturen werden. Schreiben Sie uns über Ihr Gebäude.
Fachliche Zusammenfassung
Die Auswahl eines WDVS muss vom Zustand des Untergrunds, den Anforderungen des Gebäudes und dem dokumentierten Systemaufbau ausgehen. Zu vergleichen sind die wärme- und brandschutztechnischen Eigenschaften, die mechanische Widerstandsfähigkeit, die Details der Wasserableitung, die Ausführbarkeit sowie die Instandhaltungs- und Garantiebedingungen. Die Marke ist ein Teil der Beurteilung; die Entscheidung muss sich auf die konkrete Lösung und die Qualität der Ausführung beziehen. Bei der Schlussbehandlung ist zwischen einer farblichen Egalisierung und einer umfassenden Ergänzung des Schutzes zu unterscheiden. Ein gegebenenfalls vorgesehener Anstrich muss entsprechend der Systemdokumentation festgelegt und in den Angebotsumfang aufgenommen werden.
Zusammenfassung für alle
Eine gute Fassade ist ein geeignetes System, das an Ihrem Gebäude fachgerecht ausgeführt wurde. Prüfen Sie vor der Annahme des Angebots, was es umfasst, wer die Arbeiten überwacht und wer mögliche Mängel bearbeitet. Für eine bessere Lösung ist ein höherer Preis dann sinnvoll, wenn Sie wissen, welches konkrete Problem damit gelöst wird. Fragen Sie auch, ob das gewählte System einen Anstrich verlangt, ob dieser im Preis enthalten ist und ob er einen gleichmäßigen Farbton oder zusätzlichen Schutz gewährleisten soll.
Weiterführender Beitrag: Eine Fassadensanierung beginnt mit der Bestandsaufnahme und einem Leistungsverzeichnis für vergleichbare Angebote.
